Jahrgang 2012

Wir starten mit tollem Traubenreifewetter in die zweite Sommerhälfte: Nach schwierigen Witterungsbedingungen im Mai und Juni während der Rebblüte, mit kühlen Temperaturen und häufigem Niederschlag und einem durchwachsenem Juli herrschen seit drei Wochen hier in Hackenheim sommerliche Temperaturen und strahlender Sonnenschein. Die große Mehltaugefahr in diesem Jahr, ausgelöst durch ständige Niederschläge und damit einhergehenden Infektionen ist gebannt. Besser könnte es unseren Trauben zur Zeit nicht gehen, denn auch die spätreifen Sorten beginnen jetzt Ihre Reife, d.h. die Roten Trauben (auf dem Foto Spätburgunder) bekommen Farbe und die Beeren beginnen weich zu werden.

Nennenswerte Niederschläge (und hoffentlich auch keine Gewitter) sind wohl in der nächsten Tagen nicht zu erwarten, was einerseits natürlich gut für die Traubengesundheit ist, andererseits mehren sich die Anzeichen für eine Knappheit des Wasserangebotes im Boden. Die Weinberge wachsen nur noch sehr schwach und selbst der Bodenbewuchs hat seine “Tätigkeit” eingestellt. Auf den leichten, flachgründigen Standorten zeigen die Reben in der Mittagshitze eindeutige Reaktionen auf Wasserknappheit.

Ein verlässlicher Ausblick auf den neuen Jahrgang fällt zurzeit noch schwer, denn wie jedes Jahr entscheiden September und Oktober Weiterlesen

Rebschnitt vergessen!?

Regentweinberg Minimalschnitt 21.5.2012

Regentweinberg Minimalschnitt 21.5.2012

Man sieht sie immer öfter in den letzten Jahren: Weinberge die Mitte Mai, mit voller Laubwand, schon aussehen wie im Hochsommer. Minimalschnitt im Spalier heisst diese Erziehungsart. Auch wir haben dieses Jahr zum ersten mal einen Regent Weinberg nicht geschnitten. Wieso das Ganze? Lesen Sie nachfolgend den aktuellen Rheinhessenwein-Newsletter. Dort werden die Details anschaulich erklärt!

Peter

Haben die Winzer in einigen Weinbergen den Rebschnitt vergessen …?

So denken sicher viele Weinfreunde, wenn sie dieses Jahr durch die Weinberge laufen.

In den meisten Weinbergen wurden bis auf eine Rute alle Triebe des Vorjahres abgeschnitten. Diese eine Rute wurde umgebogen und jede Knospe ist jetzt ca. 20 cm weit ausgetrieben. In anderen Weinbergen wurde gar nichts abgeschnitten, sie stehen schon jetzt in vollem Grün.

Der Rebschnitt ist grundsätzlich die erste ertragssteuernde Maßnahme. Mit diesem Rückschnitt wird der Ertrag auf ein Niveau von ca. 10.000 l je Jahr und Hektar eingestellt. Weitere ertragssteuernde Maßnahmen in der Vegetationsperiode reduzieren diese Zahl nochmals. Was ist jetzt aber mit den Weinbergen, in welchen nichts abgeschnitten wurde?

Der „Minimalschnitt im Spalier“ wie diese neue Erziehungsform von den Weinbau-Beratern genannt wird, kombiniert arbeitswirtschaftliche Notwendigkeiten mit neuen Erkenntnissen des Ökosystems Rebstock. Sowohl in der Forschungsanstalt Geisenheim wie auch im DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück stehen schon längere Zeit Versuche zu diesem System. Dieses Jahr sind erstmals auffallend große Flächen in Weingütern auf diese Erziehungsform umgestellt worden.

Links traditioneller Rebschnitt, rechts Minimalschnitt

Die arbeitswirtschaftlichen Aspekte ergeben sich aus der Notwendigkeit, dass bedingt durch den Strukturwandel immer weniger Betriebe immer größere Flächen bearbeiten müssen und zu der Bewältigung des immensen Handarbeitsaufwands von 150 bis 200 Stunden je Hektar einfach nicht genügend Personal vorhanden ist. Mit dem Minmalschnitt reduziert sich dieser Aufwand auf ein Zehntel des ursprünglichen Arbeitsstunden. Gerade einmal die Entfernung der Bodentriebe muss noch von Menschenhand bewältigt werden, alle anderen Tätigkeiten lassen sich mechanisieren.

Jetzt kann man natürlich entgegnen, wo da die Ertragsreduzierung bleibt. Dieses Argument war auch lange Zeit das KO-Kriterium für dieses Schnittsystem. In den ersten beiden Jahren nach der Umstellung der Weinberge ist es auch so, dass die Weinberge das Doppelte bis Dreifache des üblichen Ertrages bringen können. Hier muss mit einer massiven Ausdünnung vor dem Reifwerden der Trauben eingegriffen werden. Das geschieht üblicherweise mit dem Traubenvollernter. Im Laufe der Jahre stellt sich jedoch ein neues Gleichgewicht im Weinberg ein. Die Triebe werden kürzer, die Trauben werden kleiner und vor allem lockerbeeriger, was der Qualität insbesondere bei dichtbeerigen Trauben, wie z. B. bei den Burgundersorten, sehr zugute kommt. Die vielen kleinen Blätter versorgen die Trauben auch mit sehr viel Traubenzucker, weshalb Minmalschnittweinberge in der Regel  über höhere Mostgewichte verfügen als die traditionelle Bogenerziehung. Zudem sind die Weine extraktreicher und vollmundiger. Die Rotweine verfügen über ein höheres Farbpotential. Weiterlesen

Spargelzeit-Spargelrezept

Grüner und weißer Spargel mit Radicchio und Parmaschinken

(von Birgit Bettenheimer, Weingut J. Bettenheimer, Ingelheim)

Für 4 Personen:
300 g weißer Spargel

100 g grüner Spargel

75 g Radicchio

3 EL Apfelessig

3 EL Apfelsaft

Salz, frisch gemahlener Pfeffer

1 TL Öl

2 EL Parmesankäse, gehobelt

4 Scheiben Parmaschinken

Den Spargel waschen, holzige Enden abschneiden, schälen (den grünen Spargel nur im unteren Drittel), in 2-3 cm große Stücke schneiden und in kochendem Salzwasser ca. 8 Minuten lang (grüner Spargel) bzw. 15 Minuten lang (weißer Spargel) garen. Dann herausnehmen und abtropfen lassen.

Radicchio putzen, waschen, in schmale Streifen schneiden und mit dem Spargel mischen. Apfelessig, Apfelsaft, Pfeffer, Salz und Öl zu einer Marinade verrühren und über den Salat gießen, vorsichtig vermischen. Portionsweise mit dem gehobelten Parmesankäse bestreuen und mit Parmaschinken anrichten. Dazu kann man Baguette reichen.
Weinempfehlung: Zum Spargel empfehlen wir einen trockenen Silvaner, ideal natürlich einen RS Rheinhessen Silvaner.

Quelle: Rheinhessenwein e.V.

2012 – Frühling

In den Reben fließt der Saft

Endlich kehrt der lang ersehnte Frühling in den Weinbergen ein. Nach einem bitterkalten Februar zeigt sich der März doch schon einige Grad Celsius wärmer und mit deutlich mehr Sonne. Das sieht man dann auch an den Reben, die derzeit aus dem Winterschlaf erwachen. An den Spitzen der Ruten tropft es bei milden Tagestemperaturen regelrecht. Die Winzer sagen dazu auch  „Weinen“ oder „Bluten“ der Reben. Diese kleinen Safttropfen an der Schnittstelle verhindern das Eindringen von Krankheitserregern in die Rebe. Bis zu einem Liter davon kann eine Rebe binnen 24 Stunden produzieren. Weiterlesen

Starkes Nahe-Trio im Kader der Wein-Nationalmanschaft

Hackenheim/Burg-Layen – Sie lieben Wein – und Fußball. Also, dachten sich hochkarätige Winzer aus Deutschland, verbinden wir beides doch miteinander und gründeten vor sieben Jahren die Wein-Nationalmannschaft. Von Anfang an dabei: Die Brüder Peter und Andreas Kaul aus Hackenheim sowie Armin Diel aus Burg-Layen.

Vertreten die Nahe-Region in der Wein-Nationalmannschaft: Armin Diel (Mitte) aus Burg-Layen sowie die Brüder Peter (links) und Andreas Kaul aus Hackenheim. Das Trio ist schon seit der Gründung vor sieben Jahren dabei.

Die Aufgabe war nicht gerade einfach, doch Andreas Kaul löste sie hervorragend. 2005 fand die Messe Weinwelt erstmals im Olympiastadion in München statt. Kaul arbeitete damals für die Agentur Projektbüro aus Ingelheim. Gemeinsam mit dem Agentur-Chef und heutigen Präsidenten der Wein-Nationalmannschaft, Norbert Heine, kümmerte er sich um die Organisation der Messe – vor allem ums Marketing. Um möglichst viel Aufmerksamkeit zu erzeugen, initiierte der Hackenheimer ein Benefizspiel im Olympiastadion zwischen Winzern und der Nationalmannschaft der Deutschen Spitzenköche und -Restaurateure – ein Volltreffer. Nicht nur, weil sich die Medien darauf stürzten. Auch, weil daraus die Wein-Nationalmannschaft erwuchs.

Heute zählt das Team 40 Spieler. Die meisten von ihnen sind Top-Winzer aus ganz Deutschland – neben Weinfunktionären und -journalisten, Vertretern aus der Industrie Weiterlesen

Weniger ist mehr

Deutsche Verbraucher geben für Wein mehr Geld aus. Wie das Deutsche  Weininstitut (DWI) Vorfeld der internationalen Weinmesse ProWein auf Basis  von GfK-Erhebungen mitteilte, stiegen die Ausgaben für Wein in  Deutschland im Jahr 2011 um rund zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr,  während die gekaufte Weinmenge im selben Zeitraum um 2,7 Prozent sank.

Mit dieser Entwicklung geht auch ein höherer Durchschnittspreis für  Wein im Lebensmittelhandel einher. Von 2007 bis 2011 stieg dieser um elf  Prozent und liegt nun bei 2,63 Euro pro Liter. Nach Angaben des DWI zahlten  deutsche Weinfreunde für heimische Weine im vergangenen Jahr im Handel  durchschnittlich 3,04 Euro pro Liter, was einem Anstieg von 19 Prozent im  Vergleich zu 2007 und von zehn Prozent gegenüber 2010 entspricht. ?Wir  profitieren derzeit von dem allgemeinen Trend, dass insbesondere jüngere  Verbraucher bevorzugt regionale Produkte einkaufen, auch wenn diese etwas  teurer sind?, erklärte DWI-Geschäftsführerin Monika Reule.

Dank der höheren Erlöse konnten die deutschen Weinerzeuger 2011 ihren  Umsatz auf dem Vorjahresniveau halten, obwohl die zur Vermarktung  bereitstehende Weinmenge deutlich geringer war. Die deutschen Winzer  ernteten 2010 ein Viertel weniger als im Durchschnitt der Jahre. Daher  wurden im vergangenen Jahr acht Prozent weniger deutsche Weine verkauft.

Aktuell haben die heimischen Weine in Deutschland einen Marktanteil von 43  Prozent an den eingekauften Mengen, gefolgt von Italien (15 %), Frankreich  (14 %) und Spanien (8 %). Beim Weinumsatz kommen die deutschen Weine  aufgrund des höheren Durchschnittspreises auf einen Marktanteil von 51  Prozent. Rund drei Viertel aller Weine werden hierzulande im  Lebensmittelhandel eingekauft, wobei die Discountmärkte mit 47 Prozent  den größten Teil für sich in Anspruch nehmen.

Auch der Export heimischer Weine war laut DWI im vergangenen Jahr sehr  stark von der unterdurchschnittlichen Erntemenge des Weinjahrgangs 2010  geprägt. So wurde 2011 mit rund 1,5 Millionen Hektolitern insgesamt 11,8  Prozent weniger deutscher Wein ins Ausland exportiert. Da aber zugleich der  Durchschnittspreis um zwölf Prozent auf 2,27 Euro pro Liter stieg, ging  der Gesamtwert der ausgeführten Weine nur leicht um 1,7 Prozent auf 349  Millionen Euro zurück. Die wichtigste Exportmärkte für deutschen Wein  sind dem DWI zufolge die USA, Großbritannien, die Niederlande und  Norwegen. In Asien ist inzwischen China vor Japan der wichtigste Abnehmer  deutscher Weine.

(CS/Pressemitteilung)

Quelle: Deutsches Weininstitut